Montag, 28. November 2022

Casamari, Italien

Am 25. November starb in Casamari P. Claudio M. Cristini im 93. Lebensjahr, im 74. seiner Profess und im 67. des Priestertums. R.I.P.

Schlierbach, Österreich

Alt-Landeshauptmann Josef Pühringer und Moderatorin Katrin Hinterreiter sind zum 10. Mal „Unterwegs in OÖ“: Ein gelungener Film in LT1 berichtete über "Ein Jubiläum in Klostermauern" über das Stift Schlierbach.

Hier kann man den Film sehen.

Ein besonderer Dank dafür gilt Alt-Landeshauptmann Josef Pühringer!

Samstag, 26. November 2022

Santa Susanna, Rom - Italien

Am 22. November feierte Mutter. M. Roberta Cappiotti ihr 70. Professjubiläum. Mutter Roberta war viele Jahre auch Äbtissin von S. Susanna.

Casamari, Italien


Am 20. November haben zwei Brüder die Feierliche Profess abgelegt: Fr. Riccardo Velo und Fr. Romesh



Donnerstag, 24. November 2022

Zisterzienser-Wanderweg


Fernwanderweg auf den Spuren der Zisterzienser

Entlang der Spuren, die der Zisterzienserorden im Mittelalter in der mitteleuropäischen Landschaft hinterlassen hat, soll es künftig einen neuen Fernwanderweg geben. An dem Projekt sind 17 Zisterzienserklöster beteiligt, darunter aus Österreich die Stifte Rein und Zwettl.

Weitere Kooperationspartner werden noch gesucht, informierte die Leiterin der Hauptabteilung Kunst und Kultur in der deutschen Erzdiözese Bamberg, Birgit Kastner, am Mittwoch beim „Kulturtag“ der diesjährigen Ordenstagungen im Wiener Kardinal-König-Haus.

Das vom bayrischen Landkreis Bamberg ausgehende Projekt soll Kulturerbe sichtbar machen. Bei den Zisterziensern gebe es hier viel zu entdecken, sagte die Kunsthistorikerin. Die im frühen 12. Jahrhundert entstandene Ordensgemeinschaft habe durch die wirtschaftlichen Tätigkeiten ihrer Klöster und Stifte besonders „landschaftsprägend“ gewirkt und viel zur Entstehung der Kulturlandschaft in Mitteleuropa beigetragen, wie sie bis heute vorzufinden ist. Dies solle nun noch stärker ins allgemeine Bewusstsein gebracht werden.

Unwirtliche Gegenden nutzbar gemacht

„Die Spiritualität formte die Landschaft“, erklärte Kastner. Der Grundsatz „bete und arbeite“ (ora et labora) der Benediktsregel habe bei den als Reformorden gegründeten Zisterziensern dazu geführt, dass damals europaweit auf ähnliche Weise unbesiedelte und oft unwirtliche Gegenden wirtschaftlich nutzbar gemacht wurden.

Überall wurden aufgrund der spezifischen Bedürfnisse in den Klöstern Teichanlagen, Weinberge, Nutzwälder und Flächen für Ackerbau, Viehzucht, Obst- und Hopfenanbau angelegt; zudem entstanden Grangien (Wirtschaftshöfe) und Handelsstraßen zu den Städten, wo die Stifte ihre Waren in ihren Stadthöfen anboten.

Zisterzienser auf Handelswegen unterwegs

Dass künftig Wanderrouten auf diese Kulturleistungen aufmerksam machen sollen, kommt nicht von ungefähr: „Außer auf Handelswegen waren die Zisterzienser auch zu den Generalkapiteln regelmäßig unterwegs. In der Gründungszeit des Ordens mussten die Äbte jedes Jahr zum Generalkapitel ins französische Citeaux kommen.“ Mehrere Wochen waren die Geistlichen damals mit ihrem Gefolge unterwegs, in bis zu 40 Kilometer langen, durchaus beschwerlichen Tagesetappen, bei denen sie in befreundeten Klöstern abstiegen und durchaus auch Wallfahrtsziele ansteuerten.

Der nun entstehende „Weg der Zisterzienser“, der an dieser Tradition anknüpfen will, führt in seiner geplanten Südroute quer durch Österreich: Ausgehend vom im slowenischen Drautal gelegenen Kloster Sittich aus dem Jahr 1136 gelangt man ins steirische Stift Rein (1129), von dort vorbei an Stift Heiligenkreuz (1133) ins Waldviertler Kloster Zwettl (1138), wo der Weg dann in die böhmische Abtei Hohenfurt (Vyssi Brod) und in Folge nach Deutschland weiterführt, ist der Projekthomepage Cisterscapes zu entnehmen.

Kastner zufolge strebt man die Verleihung des Kulturerbesiegels der EU an, dessen bisherige Träger in Österreich unter anderem die Römerstadt Carnuntum und die Wiener Hofburg sind.

Freitag, 18. November 2022

Marienfeld, Österreich

 Abtei Marienfeld, Niederösterreich

Am 14. November 2022 beging die Abtei Marienfeld den 40. Jahrestag der Weihe von Kirche und Kloster. Mit zahlreichen Priestern und Gläubigen feierte Abtpräses Vinzenz Wohlwend OCist (Abtei Mehrerau) den Festgottesdienst, um mit den Schwestern Gott zu loben und Ihm zu danken für die Liebe und Treue, mit der ER das Klosters seit seiner Weihe vor 40 Jahren begleitet hat. Seither ist Jesus Christus im Tabernakel der Klosterkirche gegenwärtig und für die Schwestern Quelle und Mittelpunkt ihres monastisch-kontemplativen Lebens – und nicht nur für sie, sondern für viele aus nah und fern, die ihre geistige Heimat in Marienfeld gefunden haben. Dankbar gedachte man auch der verstorbenen Gründer von Marienfeld - Kardinal Hans Hermann Groër, Äbtissin M. Agnes Fabianek OCist (Mariastern-Gwiggen) und Abt Kassian Lauterer OCist (Mehrerau).

Dienstag, 1. November 2022

Mariengarten, Südtirol (Italien)

Am 29. Oktober 2022 erhielt die neue Äbtissin Maria Benedikta Gurschler vom Generalabt die Äbtissinnenbenediktion. 

Predigt des GA

Montag, 31. Oktober 2022

Lilienfeld, Österreich

Mit einem feierlichen Requiem für Johann Ladislaus Pyrker (1772-1847) beschließen die Zisterzienser von Stift Lilienfeld am 2. November das Pyrker-Jubiläumsjahr. Das Requiem in der Stiftsbasilika beginnt um 8 Uhr. Der 2. November ist der 250. Geburtstag Pyrkers. 


Johann Ladislaus Pyrker war von 1812 bis 1819 Abt von Stift Lilienfeld, später Bischof von Zips (1818-1820), Patriarch von Venedig (1821-1827) und Patriarch-Erzbischof von Erlau (1827-1847). Er gilt als ein Gründungsvater des Kurortes Bad Hofgastein und als Mitbegründer der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Das Jubiläumsjahr beleuchtete das vielfältige Wirken Pyrkers mit zahlreichen Veranstaltungen und Gottesdiensten sowie auch mit einer Sonderausstellung im Stift, die am 2. November zum letzten Mal besichtigt werden kann.

Die Ausstellung liefert Einblicke in die Dichtkunst Pyrkers, zudem erlaubt der Blick in die Gemäldegalerie, in die Prälaturkapelle und in den Prälatursaal den Besuchern, wichtige Lilienfelder Originalschauplätze im Leben von Johann Ladislaus Pyrker kennenzulernen. Diese Räumlichkeiten sind nur während der Jubiläumsausstellung zugänglich.

Der aktuelle Abt von Stift Lilienfeld, Pius Maurer, hat anlässlich des Jubiläums das Buch "Der Patriarch" verfasst, in dem er das Leben Pyrkers anhand von "100 Anekdoten" zusammenfasst. Im Interview mit Radio Vatikan versuchte Maurer die Persönlichkeit Pyrkers so auf den Punkt zu bringen: "Er war tatsächlich ein richtiger Networker. Er hat mit dem Kaiserhaus gute Kontakte gepflegt. Er hat einige wichtige Talente sehr gefördert, ein großer Förderer von Franz Schubert, von Franz Grillparzer. Er war also immer daran interessiert, Talente zu fördern. Aber nicht nur von den berühmten Leuten, sondern auch von einfachen Leuten, allen, denen er begegnet ist."

Schulgründer, Dichter, Mäzen

Johann Ladislaus Pyrker wurde am 2. November 1772 im ungarischen Soponya geboren. Er war der Abkömmling eines alten Tiroler Adelsgeschlechts. Er wuchs zweisprachig im Komitat Szekesfehervar/Stuhlweißenburg auf, wo sein Vater Gutsverwalter war. Auf der Akademie zu Pecs/Fünfkirchen widmete er sich anfangs philosophischen und philologischen Studien, trat aber nach einigen Jahren in das Zisterzienserstift Lilienfeld ein.

Nach vollendeten theologischen Studien im Seminar St. Pölten empfing er 1796 die Priesterweihe, wurde 1807 Pfarrer in Türnitz, 1812 Abt des Stiftes Lilienfeld, 1818 Bischof von Spis/Zips und 1821 Patriarch von Venedig sowie Primas von Dalmatien. Die Bischofsweihe spendete ihm am 14. April 1819 der Wiener Erzbischof Sigismund Anton von Hohenwart.

Seit 1827 war Pyrker Erzbischof von Eger/Erlau und Erb-Obergespan der Heveser Gespanschaft. Dabei trat er als Gründer und Förderer von Schulen, Bildungsinstituten und karitativen Einrichtungen hervor. So gründete er unter anderem in Eger ein Dorfschullehrerseminar und spendete zur Erneuerung des Doms 10.000 Gulden.

Zur Zeit Pyrkers bestimmte der Kaiser von Österreich, wer in seinem Reich, wo und wann Bischof wurde. Pyrker wollte absolut nicht nach Venedig, musste sich aber dem Kaiser beugen. In der Lagunenstadt sah sich der neue Patriarch einer immensen sozialen Aufgabe gegenüber. Venedig war zu der Zeit bitterarm. P. Maurer: "Pyrker hat die Armenfürsorge dort neu geregelt. Er war praktisch jener, der die dortige Caritas neu geordnet hat. Außerdem hat er bewirkt, dass Venedig damals einen Freihandelshandelshafen bekam, einen Hafen, der zollfrei ist. Den hat es übrigens auch heute noch. Und das war damals ganz wichtig für den wirtschaftlichen Wiederaufschwung von Venedig."

Außerdem habe der neue Patriarch von Venedig durchgesetzt, dass Priester in der Sonntagsmesse predigen, was zuvor in Venedig nicht Sitte war. Pyrker habe darin eine Maßnahme zur Volksbildung gesehen. "Es war ihm wichtig, die Fähigkeiten des Menschen zur Entfaltung zu bringen", resümierte Abt Maurer: "Gleichzeitig war eine empfindsame Persönlichkeit und dadurch gerade auch gegenüber den Feinheiten der deutschen Sprache sehr aufmerksam. Und so wurde er auch ein Dichter, hat sich gerne mit Dichtung beschäftigt und war gleichzeitig ein großer Förderer von anderen Künstlern."

Pyrkers eigenes literarisches Werk umfasst historische Dramen (Die Korwinen, Karl der Kleine, Zrinyis Tod), an Klopstock anknüpfende Patriarchaden, sowie historische Versepen in rhetorisch-klassizistischem Stil. Seine Dichtungen sind von nationalem Pathos und Religion geprägt. Die meisten sind in Lilienfeld entstanden.

Pyrker machte sich überdies als Kunstmäzen verdient. So vermachte er seine Gemäldesammlung dem Ungarischen Nationalmuseum. Pyrker gilt als ein Förderer Grillparzers und Schuberts. Dieser widmete ihm 1821 ein Liederheft (op. 4), das unter anderem die berühmte Komposition "Der Wanderer" enthält.

Auch Grillparzers Gedicht "Abschied aus Gastein" ist Pyrker zugedacht, als Dankeszeichen für Beistand in einer Schaffenskrise. Pyrker war 1847 Gründungsmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), seit 1844 Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie, der k. k. Akademie der Bildenden Künste Wien sowie zahlreicher anderer Akademien Europas.

Pyrker wollte in Lilienfeld begraben werden. Daher befindet sich seit 1847 das Grab des einzigen deutschsprachigen Patriarchen von Venedig am Friedhof von Lilienfeld. Im Jahr 1894 wurde in Wien-Döbling die Pyrkergasse nach ihm benannt.

Heiligenkreuz, Österreich

 

Die Teilnehmer am Generalkapitel aus der Kongregation der Heiligen Familie in Vietnam besuchten ihre Mitbrüder im Stift Heiligenkreuz.

Freitag, 28. Oktober 2022

Neukloster (Heiligenkreuz), Österreich

Am 28. Oktober 2022 ist im Krankenhaus Wiener Neustadt der Subprior des Neuklosters, Bischofsvikar für das Südvikariat der ED Wien, P. Petrus Hübner verstorben, im 74. Lebensjahr, im 55. Professjahr und im 49. der Priesterweihe. Herr, gib ihm die ewige Ruhe!

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Generalkapitel

 


Auf der Webseite des Ordens wurde dieses Foto veröffentlicht, aber ohne jegliche weitere Erklärung. Ich vermute, es ist der neugewählte Rat des Generalabtes:

v.l.n.r. Abt Pius  (Lilienfeld), Abtpräses Johannes XXIII. (Phuoc Son), Äbtissin Eugenia (Talavera), Generalprocurator P. Lluc (Poblet), Generalabt Mauro-Giuseppe (Hauterive), Äbtissin Gertrud (Oberschönenfeld), Priorin Sr. Christiane (Helfta), Abt Peter (Dallas).

Donnerstag, 20. Oktober 2022

Wettingen-Mehrerau, Österreich

Der emeritierte Abt des Zisterzienserklosters Wettingen-Mehrerau, Kassian Lauterer (88), ist am Mittwoch "nach kurzer Krankheit und gestärkt mit den heiligen Sakramenten" im Landeskrankenhaus Bregenz verstorben. Das hat Abt Vinzenz Wohlwend am Donnerstag gegenüber Kathpress bekannt gegeben. "Mit dem Heimgang unseres Altabts verliert das Kloster einen wertvollen Menschen, der für unsere Gemeinschaft über 70 Jahre als Mitbruder und davon 41 Jahre als Abt prägend war", betonte Wohlwend. Das Requiem und die Beisetzung finden am 26. Oktober ab 14.30 Uhr in der Klosterkirche der Abtei am Bregenzer Bodenseeufer statt. Abt Vinzenz wird den Begräbnisfeierlichkeiten vorstehen.

Kassian Lauterer wurde am 29. Jänner 1934 in Bregenz als Sohn eines Postangestellten geboren. Er war bereits als Jugendlicher mit der Mehrerau eng verbunden: Nach der Wiedereröffnung des "Collegium Bernardi" im Jahr 1945 war er einer der ersten Schüler, bereits nach der 6. Gymnasialklasse trat er in den Orden ein. Seine philosophischen und theologischen Studien schloss Lauterer in Fribourg in der Schweiz ab. 1957 wurde er zum Priester geweiht und wirkte dann als Lehrer und Präfekt am Mehrerauer Internat.

Nach der Bestätigung seiner Wahl zum Abt durch den Papst wurde Lauterer am 26. Oktober 1968 von Kardinal Benno Gut (1897-1970), dem vormaligen Abt von Einsiedeln, zum Abt des Klosters Wettingen-Mehrerau geweiht. Auf den jungen Abt warteten in den folgenden Jahrzehnten große Aufgaben. Die Klostergebäude mussten dringend saniert werden, der Konvent war zudem überaltert und hatte Nachwuchssorgen. Zum Ende seiner Amtszeit übergab Lauterer ein "wohlbehütetes Erbe", wie der damalige Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber 2009 das umfassende Engagement des Abtes für die Mehrerau würdigte.

Die Zisterzienserabtei Mehrerau wurde 1854 gegründet. Damals kamen Zisterzienser-Mönche aus Wettingen in der Schweiz, von wo sie die Liberalen 1841 vertrieben hatten, in das einstige Bregenzer Benediktinerstift. Die Mehrerau gilt als Territorialabtei, daher ist der jeweilige Abt auch Mitglied der Österreichischen Bischofskonferenz, was bei Lauterer von 1984 bis 2009 der Fall war. Im Kloster Mehrerau leben nach dem Tod Lauterers derzeit 21 Mönche, zur Abtei gehört auch das Priorat Birnau. Seit 2018 steht Abt Vinzenz Wohlwend an der Spitze des Konvents.

Dienstag, 18. Oktober 2022

Papstrede an unser Generalkapitel 

Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und herzlich willkommen!

Ich danke dem Generalabt für seine einleitenden Worte - mit den besten Wünschen für sein neues Amt - und grüße Sie alle, die Sie am Generalkapitel des Zisterzienserordens der "Gewöhnlichen" (im Gegensatz zur "Strengeren" der Trappisten) Anm. d. Red. Observanz teilnehmen.

Das Adjektiv "gewöhnlich" gibt zu denken. Wir wissen, dass sie uns von einer "besonderen" Observanz unterscheiden soll. Aber das Gemeinsame hat immer einen umfassenderen Sinn, der das Ganze, die Gemeinschaft bezeichnet. Und ich möchte von hier ausgehen, von dieser grundlegenden Realität, die uns als Kirche ausmacht, dank der Gabe des dreieinigen Gottes und unseres Seins in Christus. Gemeinschaft, gemeinsam.

Gemeinsame Observanz also als ein gemeinsames Gehen hinter dem Herrn Jesus, um bei ihm zu sein, ihm zuzuhören, ihn zu "beobachten" .... Jesus beobachten. Wie ein Kind, das seinen Papa beobachtet, oder seinen besten Freund. Den Herrn beobachten: seinen Weg, sein Gesicht, voller Liebe und Frieden, manchmal verächtlich angesichts von Heuchelei und Verschlossenheit, und auch beunruhigt und erschüttert in der Stunde der Leidenschaft. Und diese Beobachtung machen wir gemeinsam, nicht einzeln, wir machen sie in Gemeinschaft. Natürlich jeder in seinem eigenen Tempo, jeder mit seiner eigenen einzigartigen und unwiederholbaren Geschichte, aber gemeinsam. Wie die Zwölf, die immer bei Jesus waren und mit ihm gegangen sind. Sie hatten sich nicht selbst gewählt, sondern er hatte sie gewählt. Es war nicht immer leicht, miteinander auszukommen: Sie waren unterschiedlich, jeder hatte seine "Ecken und Kanten" und seinen Stolz. Auch wir sind so, und selbst für uns ist es nicht leicht, in Gemeinschaft zu gehen. Und doch erstaunt und erfreut uns dieses Geschenk, das wir erhalten haben, immer wieder: seine Gemeinschaft zu sein, so wie wir sind, nicht perfekt, nicht gleichförmig, nein, nicht so, sondern berufen, beteiligt, aufgerufen, gemeinsam hinter ihm, unserem Meister und Herrn, zu stehen und zu gehen.

Dies, liebe Brüder und Schwestern, ist die Grundlage von allem. Ich danke Ihnen, dass Sie dies betonen, und ich ermutige Sie, Ihren Wunsch und Ihre Bereitschaft zu diesem gemeinsamen Bekenntnis zu Christus neu zu beleben.

Es bedeutet eine ständige Verpflichtung zur Umkehr von einem geschlossenen zu einem offenen Selbst, von einem egozentrischen Herzen zu einem Herzen, das aus sich selbst herausgeht und dem anderen begegnet. Und das gilt analog auch für die Gemeinschaft: von einer selbstbezogenen Gemeinschaft zu einer im guten Sinne des Wortes aufgeschlossenen, einladenden und missionarischen Gemeinschaft. Dies ist die Bewegung, die der Heilige Geist der Kirche immer wieder aufdrücken will, indem er in jedem ihrer Mitglieder und in jeder ihrer Gemeinschaften und Institutionen wirkt. Eine Bewegung, die auf Pfingsten, die "Taufe" der Kirche, zurückgeht. Derselbe Geist erweckte und erweckt noch heute eine große Vielfalt von Charismen und Lebensformen, eine große Symphonie". Die Formen sind vielfältig und sehr unterschiedlich, aber um Teil der kirchlichen Sinfonie zu sein, müssen sie dieser ausgehenden Bewegung gehorchen. Kein chaotisches Hinausgehen ohne besondere Reihenfolge, sondern ein gemeinsames Hinausgehen, das auf das eine Herz der Kirche ausgerichtet ist, das die Liebe ist, wie die heilige Theresia vom Kinde Jesu so enthusiastisch bekräftigt. Es gibt keine Gemeinschaft ohne Bekehrung, und so ist diese notwendigerweise die Frucht des Kreuzes Christi und des Wirkens des Geistes, sowohl im Einzelnen als auch in der Gemeinschaft.

Um auf das Bild - oder vielmehr den Klang - der Symphonie zurückzukommen, schlagen Sie vor, die große missionarische Breite der Kirche zu erfassen, indem Sie auch die Komplementarität zwischen Männern und Frauen sowie die kulturelle Vielfalt zwischen asiatischen, afrikanischen, lateinamerikanischen, nordamerikanischen und europäischen Mitgliedern wertschätzen. Ich ermutige Sie auf diesem Weg, der nicht einfach ist, der aber zweifellos eine Bereicherung für die Gemeinschaften und den Orden sein kann.

Ich danke Ihnen für Ihr Engagement, mit dem Sie an den Bemühungen mitwirken, die die gesamte Kirche in diesem Sinne in jeder einzelnen Gemeinschaft unternimmt: Die Erfahrung der Begegnung mit der Vielfalt ist heute ein Zeichen der Zeit. Ihr Beitrag ist wertvoll und besonders reichhaltig, weil Sie sich aufgrund Ihrer kontemplativen Berufung nicht damit begnügen, die Vielfalt auf einer oberflächlichen Ebene zusammenzubringen, sondern sie auch auf der Ebene der Innerlichkeit, des Gebets und des geistlichen Dialogs erleben. Und dies bereichert die "Symphonie" mit tieferen und generativeren Resonanzen.

Ein weiterer Aspekt, zu dem ich Sie ermutigen möchte, ist Ihre Absicht, sowohl geistig als auch materiell ärmer zu werden, um dem Herrn mit all Ihren Stärken, Schwächen und Reichtümern, die er Ihnen schenkt, mehr zur Verfügung zu stehen. Deshalb loben wir Gott für alles, für Alter und Jugend, für Gebrechen und Gesundheit, für Gemeinschaften im "Herbst" und solche im "Frühling". Das Wichtigste ist, dass wir uns die Hoffnung nicht vom Bösen rauben lassen! Das erste, was der Böse sucht, ist, uns die Hoffnung zu rauben, also nimmt er sie uns immer aus den Händen. Denn die evangelische Armut ist voller Hoffnung, basierend auf der Seligpreisung, die der Herr seinen Jüngern verkündet: "Selig seid ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes" (Lk 6,20).

Liebe Brüder und Schwestern, ich danke Ihnen für diesen Besuch! Möge die Jungfrau Maria Sie immer begleiten und Sie auf Ihrem Weg unterstützen. 

Translated with DeepL

Lichtenthal, Deutschland

In der Zisterzienserinnenabtei Lichtenthal fand vom 3. bis 8. Oktober eine Novizenmeistertagung statt für Zisterzienser, Trappisten und Bernhardinerinnen. 

Vorträge von Prof. Dr. Marianne Schlosser (Wien), Schwester Marie-Bernadette Steinmetz RSM (Breuberg) und Pastor Dr. Pierre-Yves Brandt (Lausanne) begleiteten die gemeinsame Arbeit.

Vatikanstadt




Der Papst: Armut ist eine Zerbrechlichkeit, die sich zuerst mit Gott verbindet

An die Zisterzienser der Gemeinsamen Observanz, die sich anlässlich ihres Generalkapitels versammelt haben, spricht Franziskus über die Bedeutung der Nachfolge Jesu in der Gemeinschaft, wobei jeder seinen eigenen Weg geht, sich öffnet und auf die anderen zugeht: Lassen wir uns nicht vom Bösen unsere Hoffnung rauben


Gemeinsam hinter Jesus hergehen, "um bei ihm zu sein, ihm zuzuhören, ihn zu beobachten": Das ist die Einladung, die Papst Franziskus an die Zisterzienser der Gemeinsamen Observanz richtet, die sich anlässlich ihres Generalkapitels im Klementinensaal des Apostolischen Palastes versammelt haben. Es ist ein Weg, den "jeder in seinem eigenen Tempo", "mit seiner einzigartigen und unwiederholbaren Geschichte, aber gemeinsam" zu gehen hat, in Gemeinschaft, so Franziskus, wie es die Zwölf taten, "die immer bei Jesus waren und mit ihm gingen". Sie hatten sich nicht selbst ausgesucht, sondern waren auserwählt worden, und "es war nicht immer leicht, miteinander auszukommen: sie waren unterschiedlich", jeder mit seinen eigenen Schwächen und seinem Stolz.
Auch wir sind so, und selbst für uns ist es nicht leicht, in Gemeinschaft zu gehen. Und doch erstaunt und erfreut uns dieses Geschenk, das wir erhalten haben, immer wieder: seine Gemeinschaft zu sein, so wie wir sind, nicht perfekt, nicht gleichförmig, nein, nicht so, sondern berufen, involviert, gerufen, aufgerufen, gemeinsam hinter ihm, unserem Meister und Herrn, zu stehen und zu gehen.

Uns für andere öffnen und gemeinsam in der Kirche gehen
Der Papst nennt es die "gemeinsame Observanz Christi" und erklärt, dass es "eine ständige Verpflichtung zur Umkehr" beinhaltet, indem man sich öffnet und auf die anderen zugeht. Dies "gilt auch für die Gemeinschaft", die nicht auf sich selbst bezogen, sondern "aufgeschlossen, einladend und missionarisch" sein muss. Es handelt sich um eine Modalität, die auch dem Heiligen Geist zu verdanken ist, der "eine große Vielfalt von Charismen und Lebensformen, eine große 'Symphonie' hervorbringt", die aber dort möglich ist, wo es "kein chaotisches Treiben ohne besondere Ordnung, sondern ein Miteinander gibt, das auf das eine Herz der Kirche, die Liebe, abgestimmt ist".
Es gibt keine Gemeinschaft ohne Bekehrung, und deshalb ist diese notwendigerweise die Frucht des Kreuzes Christi und des Wirkens des Geistes, sowohl im Einzelnen als auch in der Gemeinschaft.
Ein missionarischer Geist, der Vielfalt schätzt


Den Zisterziensern, die sich für die Missionsarbeit öffnen und vorschlagen, "auch die Komplementarität zwischen Mann und Frau sowie die kulturelle Vielfalt zwischen den asiatischen, afrikanischen, lateinamerikanischen, nordamerikanischen und europäischen Mitgliedern" zu schätzen, spricht der Papst seine Anerkennung aus und dankt den Ordensleuten für ihr Engagement in dieser Richtung.
Heute ist die Erfahrung der Begegnung mit der Vielfalt ein Zeichen der Zeit. Ihr Beitrag ist wertvoll und besonders reichhaltig, weil Sie sich aufgrund Ihrer kontemplativen Berufung nicht damit begnügen, die Vielfalt auf einer oberflächlichen Ebene zusammenzubringen, sondern sie auch auf der Ebene der Innerlichkeit, des Gebets und des geistlichen Dialogs leben. Und dies bereichert die "Symphonie" mit tieferen und generativeren Resonanzen.

Ärmer sein, um mehr für Gott verfügbar zu sein
Schließlich ermutigt Franziskus die Ordensleute zu "größerer Armut, sowohl des Geistes als auch der Güter, um dem Herrn mit all ihren Stärken und Schwächen besser zur Verfügung zu stehen", und lädt sie ein, Gott zu loben "für das Alter und für die Jugend, für die Gebrechlichkeit und für die Gesundheit, für die Gemeinschaften im "Herbst" und für die im "Frühling", wobei er darauf hinweist, dass das Wesentliche darin besteht, "sich nicht vom Bösen unsere Hoffnung rauben zu lassen". Hoffnung, von der die evangelische Armut erfüllt ist, wie Jesus in seiner Rede über die Seligpreisungen lehrt: "Selig seid ihr Armen, denn euer ist das Reich Gottes".

Rom, Italien

Am 17. Oktober 2022 empfing Papst Franziskus das Generalkapitel zur Audienz in der Sala Clementina im Vatikanischen Palast. 

Merkwürdigerweise vermischt die Webseite "Vaticannews"immer wieder die bezeichnung Zisterzienser und Trappisten, sogar die Fotos werden verwechselt (zum Bericht unseres Generalkapitel, Fotos der Trappisten, die schon einige Monate alt sind ...).

Freitag, 14. Oktober 2022

Ariccia, Italien

Das Generalkapitel hat am 12. Oktober P. Lluc Torcal (aus der Abtei Poblet) für eine zweite Amtsperiode zum Generalprokurator gewählt.


Himmerod, Deutschland

Das Kloster Himmerod in der Eifel wird nicht zu einem diözesanen Jugendhaus umgebaut. Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann am 12. Oktober in Trier bekannt gegeben. Hintergrund für die Entscheidung sind die wirtschaftlichen Entwicklungen des Jahres 2022 mit den Baukosten- und Energiepreissteigerungen, die in dieser Form nicht vorherzusehen waren. Im vergangenen März hatte Bischof Ackermann die Planungen für ein diözesanes Jugendhaus bekannt gegeben; damit verbunden war die Aufgabe der Marienburg bei Bullay und von Haus Sonnental im saarländischen Wallerfangen.

„Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen“, sagte Ackermann, „sowohl mit Blick auf die Jugendseelsorge als auch mit Blick auf die künftige Nutzung des Klostergebäudes.“ Er habe diese Entscheidung angesichts der laufenden Haushaltssicherung in seiner Verantwortung für das gesamte Bistum und im Hinblick auf alle Bereiche der Seelsorge getroffen, erläuterte der Bischof. Mit der Entscheidung folge er der Empfehlung der für die Haushaltssicherung eingesetzten Lenkungsgruppe und des Diözesanverwaltungsrats. „Auch wenn wir das Großprojekt ‘Jugendhaus Himmerod’ nicht realisieren können, geben wir den Plan eines eigenen Jugendhauses nicht auf.“ Er habe die Abteilung Jugend im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) Trier bereits gebeten, andere Optionen unter angepassten Rahmenbedingungen zu prüfen. Matthias Struth, Abteilungsleiter Jugend im BGV, bekräftigte: „Das inhaltliche Konzept, das wir mit breiter Beteiligung für ein diözesanes Jugendhaus in Himmerod erarbeitet haben, wollen wir übernehmen und weiterführen, weil es von vielen als gewinnbringend für die Jugendpastoral gesehen wird.“

Kirsten Straus, Finanzdirektorin im BGV, erklärte: „Bereits jetzt mussten die geplanten Baukosten von 15 Millionen Euro um zwei Drittel auf rund 25 Millionen angepasst werden; weitere Preissteigerungen wären nicht auszuschließen gewesen.“ Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation sei eine Investition in eine Immobilie, deren Kosten nach aktuellem Stand nicht mehr seriös planbar sind, nicht zu verantworten. Das gelte sowohl für die Baukosten, für die der Bischöfliche Stuhl aufkommen sollte, wie für die Unterhalts- und Betriebskosten, die beim Bistum liegen sollten. „Wir sehen im Moment sowohl im privaten wie im kommunalen Bereich, dass Bauvorhaben gestoppt werden müssen“, sagte Straus. Die bisherigen Planungen sind aber nicht vergebens, sondern könnten auch für einen möglichen künftigen Investor oder Pächter nützlich sein. Weiter betonte sie, die Entscheidung habe keine Auswirkungen auf die getroffenen Entscheidungen zur Schließung der Marienburg als Jugendhaus und des Tagungshauses Sonnental in Wallerfangen.

Bischof Ackermann bekräftigte sein Bemühen, Himmerod als geistlichen Ort zu erhalten. Er kündigte an, bei der Suche nach einer neuen Lösung für das ehemalige Kloster Himmerod den Förderverein, die kommunalen Partner und die Pastoral vor Ort zu beteiligen. Alle Beteiligten sind über die Entscheidung bereits informiert.

Topusko, Kroatien

Ruine des ehemaligen Zisterzienserklosters Topusko (Toplice) in Kroatien.



Donnerstag, 13. Oktober 2022

Ariccia, Italien

 Einige Bilder vom Generalkapitel

Die Oberen der Polnischen Kongregation

Die Oberen der Mehrerauer Kongregation

Die Präsides


Dienstag, 11. Oktober 2022

Ariccia, Italien

Die Begrüßungsansprache des Generalabtes beim Generalkapitel am 10. Oktober

Die Predigt des Generalabtes bei der Heilig-Geist-Messe am 9. Oktober

Montag, 10. Oktober 2022

Ariccia, Italien

Das Generalkapitel hat am Montag, 10. Oktober vormittag, den bisherigen Generalabt mauro Giuseppe Lepori zum Generalabt für eine zweite Amtperiode wiedergewählt. Nach den bisher gültigen Konstitutionen dauert eine Amtszeit 10 Jahre. Es wird aber in den folgenden Sitzungen des Generalkapitels auch an den Konstitutionen gearbeitet, wo dann möglicherweise auch die Amtszeit des Generalabtes abgeändert wird.

Sonntag, 9. Oktober 2022

Heiligenkreuz, Österreich

 "Die Tagespost" rezensiert das Jahrbuch Ambo-2021der Hochschule Heiligenkreuz.

Schon mit früheren Bänden ihres Ambo-Jahrbuches hat die Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz nachweisen können, dass ihr Denken, Lehren und Forschen keineswegs in einer weltfernen Nische stattfindet, sondern sich höchsten akademischen und intellektuellen Ansprüchen stellt. Nach dem beeindruckenden Metaphysik-Band „Das Gute, Wahre und Schöne. Zur Aktualität der Lehre von den Transzendentalien“ (Ambo 2020) folgte 2021 als 6. Band „Literatur und Glaube. Zur Wiederbegegnung von Kultur und Christentum“, der vor allem die erweiterten Referate der zusammen mit dem Institut „EUPHRat“ im November 2019 und Ende Mai 2021 organisierten offenen „Literatur und Theologie“-Tagungen zum Thema „Erzählen zwischen Geschichte und Heilsgeschichte“ und „Eros und Jungfräulichkeit“ präsentiert.

Nach Einführungen der Herausgeber beschreibt Veit Neumann (Regensburg) die Literatur des französischen Renouveau catholique mit besonderem Blick auf Georges Bernanos‘ Priesterverständnis und die „pucelle“ Jeanne d‘Arc den geistigen Kampf und die geistige Reinheit dieser Autoren unter der Überschrift „Der Jungfrau verpflichtet, nicht dem Eros“. Die Literaturhistorikerin und Vorsitzende der „Gertrud von le Fort-Gesellschaft“ Gudrun Trausmuth befasst sich mit le Forts Geschichtsverständnis zwischen Heil und Historie.

Im Abschnitt „Schriftsteller im Dialog mit dem Glauben“ (67-180) widmet sich Nicolaus U. Buhlmann CanReg (Klosterneuburg) zunächst Werner Bergengruens großem Roman „Am Himmel wie auf Erden“ und seiner Suche nach dem Ordo einer neuen Welt, „wenn man eine verloren hat“. Die in Trumau lehrende Theologin Gundula Harand behandelt den le Fort-Roman „Der Papst aus dem Ghetto“ (1930). Alkuin Schachenmayr OCist (Salzburg) beschreibt Gertrud von le Forts Novelle „Die Consolata“ über die Bedrängung der mittelalterlichen Stadt Padua durch einen Tyrannen und ein päpstliches Interdikt, auf das im Geist des heiligen Franziskus mit Psalmenrezitationen reagiert wurde. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Erlangen) erinnert an das schwere Leben und reiche Wirken der bildenden Künstlerin Ruth Schaumann (1899-1975), die auch schriftstellerisch aktiv war. „Glaube und Religion im Leben und Werk von Agatha Christie“ beschreibt der Aufsatz von Bruno Hannöver OCist. Norbert Feinendegen (Bonn) hat über den vor allem durch seine Narnia-Geschichten bekannten britischen Autor C. S. Lewis promoviert und widmet sich der „erzählten Eschatologie“ von Lewis‘ Prosadichtung „Die große Scheidung“ (The Great Divorce), die sich in ihrer Jenseitsreise auffällig an Dantes „Göttlicher Komödie“ orientiert.

Eros und Einsamkeit

Den Abschnitt „Eros und Jungfräulichkeit in der Literatur“ beginnt Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz mit der Schilderung von Mystik, Eros und Jungfräulichkeit in Thomas Manns großem Josephsroman. Darin geht es auch um das Licht der Vernunft des Jahwe-Gottes im Gegenüber zur Mythologie ägyptischer Religion. Den Verführungen durch die Frau des Potiphar setzt Joseph seine männliche Jungfräulichkeit und die „Würde des Ich“ entgegen.

Ein weiterer Text der Trägerin des Ratzinger-Preises 2021 behandelt Ehe, Einsamkeit und Gnade im Blick von Ida Friederike Görres (1901-1971). „Ehe kommt von ,ewig‘ – und da stockt schon der Atem“. Falkovitz, die selbst zweimal verwitwet ist, stellt sich – wie Ida Friederike Görres zu Beginn der „Würzburger Synode“ der 1970er Jahre – aktuell den Herausforderungen des umstrittenen „Synodalen Weges“, dessen Vollversammlung sie angehört, und betont den sakramentalen Sinn christlicher Ehe.

Gudrun Trausmuth sieht in den so unterschiedlichen Werken Gertrud von le Forts und Graham Greenes die „größere Liebe im Spannungsfeld von Eros und Jungfräulichkeit“ (219) und erwähnt auch Greenes Probleme aufgrund seines eher lockeren Lebenswandels.

Von Buhlmann bis Buchmüller

Weitere Abschnitte widmen sich zunächst der priesterlichen Auseinandersetzung mit Eros und Jungfräulichkeit anhand der faszinierenden und von Kosmas Thielmann OCist einfühlsam beschriebenen Lebensgeschichte des weltbekannten Trappisten Thomas Merton (1915-1968). Es folgen unter dem Titel „Zumutung aus der Ewigkeit“ Gedanken von Nicolaus U. Buhlmann CanReg über „priesterliches Seelenleben“. Bevor er sich dazu besonders Bernanos‘ „Tagebuch eines Landpfarrers“ anschließt, benennt Buhlmann ungeschminkt die aktuelle Krise: „Dem Priestertum geht es nicht gut, weil einige von denen, die es sind, es nicht mehr sein wollen, während gleichzeitig manche, die es nicht sind und nicht sein können, es unbedingt werden wollen“. Unter „Priesterliche Spiritualität“ folgen drei theologische Homilien von Kurt Kardinal Koch.

Unter „Zur Unterscheidung der Geister“ wird der sich mit modernen angelsächsischen Denkern auseinandersetzende Aufsatz „Zwischen Widerstandshort und Vorurteil. Gedanken zur Rehabilitierung moralischer Intuition“ des Spaemann-Schülers Engelbert Recktenwald FSSP hinzugefügt. Den spirituellen Abschluss bieten zwei Texte von Leo Bazant Hegemark und Herausgeber Wolfgang Buchmüller OCist, dem Rektor der Hochschule Heiligenkreuz, mit unterschiedlichen Übersetzungen eines ganz im Geiste Bernhards von Clairvaux gedichteten Hymnus „Dulcis Iesu memoria“ des Aelred von Rievaulx.

Neben fundierten Rezensionen und dem Jahresbericht der Hochschule 2020 ist auch noch die leider gekürzte und kundige Würdigung von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz anlässlich der Bamberger Verleihung des Augustin-Bea-Preises der Internationalen Stiftung Humanum (Lugano) an sie durch deren Präsidenten Wolfgang Hariolf Spindler OP (München) zu erwähnen.

Der gehaltreiche Ambo-Band wird zu einem studentenfreundlichen Preis angeboten und verdient Beachtung durch katholisch Gebildete jenseits allen Richtungsdenkens.

Wolfgang Buchmüller, Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Gudrun Trausmuth (Hg.): Ambo 2021. Literatur und Glaube. Zur Wiederbegegnung von Kultur und Christentum. Jahrbuch der Hochschule Heiligenkreuz 2021. 6. Jahrgang, Heiligenkreuz (Be & Be) 2021, 407 Seiten, EUR 24,90

Ariccia, Italien

Der 8. Oktober 2022 war der Anreisetag zum Generalkapitel. Am Sonntag, 9. Oktober war um 7,30 die Messe zum Heiligen Geist in der Hauptkirche der Casa Divin Maestro.

Nach dem Frühstück war dann um 9,30 Uhr die Eröffnungssitzung des Generalkapitels. 

Samstag, 8. Oktober 2022

Neuzelle, Deutschland

Nuntius Eterović besucht das Zisterzienserprioriat Neuzelle: „Das Zeichen unseres Erlösers ist das Kreuz“

Liebe Zisterzienser, Ihr seid die lebendigen Steine, die in der Taufe und durch die Gelübde Christus, dem lebendigen Stein nachfolgen…Euer neues Kloster wird nun an einem Ort aufgebaut, wo es vorher ein Erholungsheim der STASI der DDR gegeben hat.“

Verehrter Pater Prior!

Liebe Zisterzienser-Mönche!

    Mit Freude habe ich die Einladung angenommen, Euch am heutigen Tag zu besuchen und Euch die Grüße des Heiligen Vaters Franziskus zu überbringen und vor allem als Vertreter des Bischofs von Rom und Hirten der Universalkirche den Apostolischen Segen für den Neubau des Klosters Maria, Mutter, Friedenshort zu spenden. Dieser Neubau wird sinnenfällig machen, dass das einstige Kloster Neuzelle wieder lebt und seit 2018 mit Mönchen aus dem verehrten Kloster Heiligenkreuz in Österreich nach 200 Jahren wiederbegründet wurde.

    Am Gedenktag des heiligen Bruno, der heute im Jahre 1101 in Kalabrien gestorben ist, erinnern wir uns nicht nur der Mitbrüder aus dem ehrwürdigen Karthäuserorden, dessen Gründer er war, sondern wir sehen die Verbindung Eures Klosterwappens mit dem heiligen Kreuz mit dem Wahlspruch der Karthäuser: „Stat crux dum volvitur orbis – Das Kreuz steht, solange sich die Erde weiterdreht“. Das Wappenkreuz von Neuzelle nimmt sodann die Muschel als Zeichen der christlichen Pilgerschaft auf und positioniert es in die Mitte, wo sich die Kreuzbalken verbinden. Somit symbolisiert es die Herzmitte Eures Glaubens, die im heutigen Evangelium ins Wort gebraucht ist: „Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst“ (Lk 9,57). Jeder von Euch, verehrte Zisterzienser, ist dem Herrn Jesus bis hierher nachgefolgt und jeder hat dafür nicht nur das Elternhaus verlassen, sondern auch die Heimat und das Mutterkloster. In der Nachfolge Jesu gibt es eben die äußere Pilgerschaft des Gehens, wohin der Herr uns führt,  und die innere Pilgerschaft des Bleibens, der stabilitas loci und des apostolischen Wirkens als Mönch: „Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben“ (Apg 6,4). Und so bitte ich Euch im Namen des Heiligen Vaters Franziskus um das Gebet für seine so wichtige Mission in Kirche und Welt. Schon der heilige Paulus bittet die Gemeinde darum und sagt: „Lasst nicht nach im Beten; seid dabei wachsam und dankbar“ (Kol 4,2).

    Mit Blick auf die heiligen Benedikt, Bernhard und auch Bruno zeigt sich, dass das Ideal des monastischen Lebens diese beiden Elemente der inneren Beweglichkeit, die sie in ihrem Leben immer wieder an verschiedene Orte Europas führte, und der äußeren Stabilität nötig sind, um die Dynamik des christlichen Glaubens den Menschen näherzubringen und um glaubwürdige Zeugen Jesu Christi und seines Evangeliums zu sein. Das Zeichen unseres Erlösers ist das Kreuz, in dem auch heute noch die Menschen durch Euer Vorbild das Heil, Leben und Hoffnung finden mögen. Gerade in dieser Gegend im Osten Deutschlands wird Euer missionarisches Wirken gebraucht. Und so gilt für dieses wichtige Werk Jesu Wort: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes“ (Lk 9,62).

    Liebe Zisterzienser, Ihr seid die lebendigen Steine, die in der Taufe und durch die Gelübde Christus, dem lebendigen Stein nachfolgen, um ein geistiges Haus zu bauen (vgl. 1 Petr 2,5). Euer neues Kloster wird nun an einem Ort aufgebaut, wo es vorher ein Erholungsheim der Staatssicherheit (STASI) der DDR gegeben hat. Nunmehr soll im Wald von Treppeln ein Kloster entstehen, das für die Menschen aus nah und fern zum Orientierungspunkt und zum Ruhepol werden möge. Vor allem aber sei es Euch eine neue Heimat, von wo aus Ihr Eure Berufung leben könnt. Hierzu segne Euch der dreieine Gott auf die mächtige Fürsprache der allerseligsten Jungfrau Maria, Jesu und unsere Mutter, die der Hort des Friedens ist. Amen.

Freitag, 7. Oktober 2022

Rom, Italien

Der Zisterzienserorden feiert sein Generalkapitel vom 9. bis 21. Oktober 2022 in der „Casa Divin Maestro“ in Ariccia bei Rom. 

Es findet auch die Wahl des Generalabtes und des Generalprokurators statt. 

Bitte begleitet das Generalkapitel mit Eurem Gebet.

Donnerstag, 6. Oktober 2022

Bochum-Stiepel, Deutschland

Seit dem 9. Juli 1947 kommen Jährlich Wallfahrer aus Schlesien und Beuthen-Roßberger nach Stiepel. Damals waren es 2000 Ostvertriebene, die zur Wallfahrt kamen, in diesem Jahr (nach 2 Jahren Corona-Sperre) kamen zwei autos mit neun Pilgern. Die kleine Schar hat dennoch feierlich und innig das 75-jährige Jubiläum der Wallfahrt gefeiert.

Mittwoch, 5. Oktober 2022

Zirc/Székesfehérvár, Ungarn

Das Szent István (Sankt Stefan) Gymnasium in Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) hat eine neue Turnhalle und Sportanlage bekommen, die am 5. Oktober 2022 durch den Staatssekretär Miklós Soltéz der Bestimmung übergeben und durch Abt Bernát Bérczi gesegnet wurde.

Dienstag, 27. September 2022

Stella Maris Monastery, Halkandawila, Sri Lanka

Stella Maris Monastery, der Youtube Kanal des neuen Zisterzienserklosters ( noch bischöflichen Rechts).

The Order of Cistercians is a thriving Catholic Monastic order that branched off from the Benedictines. Cistercians look up to their founders, St. Robert, St. Alberic, St. Steven Harding & also the highly influential St. Bernard of Clairvaux & uphold a life of constant prayer and work (ora et labora) with Divine Reading and Meditation . Consequently, we are called to share God’s love that we experience in this spirituality with the people of God.

The following services are offered by our community .  Retreat programmes  Youth programmes  Programmes for teachers & parents  Counselling & spiritual guidance For more information, please contact, Rev. Fr. Benedict Jayamanna O.Cist. Programme coordinator/ Priest in charge for vocations Stella Maris – Cistercian Monastery Llewellyn's Estate, Yovungama Road, Halkandawila. 077- 3448937 076- 3372535 (WhatsApp) Email- akurahaki@yahoo.com

Montag, 26. September 2022

Generalkapitel der Trappisten

Rom (kath.net) Am 16. September 2022 empfing Papst Franziskus im Apostolischen Palast des Vatikans die Teilnehmer des Generalkapitels der Zisterzienser der strengen Observanz (Trappisten) in Audienz. Da es in den letztem Jahren aufgrund vatikanischer Dokumente, die sich mit kontemplativen Orden beschäftigten,  immer wieder zu Spannungen gekommen war, ist es interessant, was ein Jesuit den Trappisten ans Herzen legte.

Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache, die der Papst an die Teilnehmer des Treffens richtete:

Ich danke dem Generalabt für seine Worte der Begrüßung und Einführung. Ich weiß, dass Sie den zweiten Teil Ihres Generalkapitels in der Portiunkula der Heiligen Maria von den Engeln abhalten: ein Ort, der so reich an Gnade ist, dass er sicherlich dazu beigetragen hat, Ihre Tage zu inspirieren.

Ich freue mich mit euch über den Erfolg des ersten Teils des Kapitels, das am selben Ort stattfand und bei dem auch der neue Generalabt gewählt wurde. Du, Vater, machst dich sofort auf den Weg, um die zwölf Regionen zu besuchen, in denen sich deine Klöster befinden. Ich stelle mir vor, dass diese "Heimsuchung" mit der heiligen Fürsorge stattfand, die uns die Jungfrau Maria im Evangelium zeigt. "Sie machte sich auf den Weg auf und eilte", sagt Lukas (1,39), und dieser Ausdruck ist immer eine Überlegung wert, damit wir ihn mit der Gnade des Heiligen Geistes nachahmen können. Ich bete gerne zur Muttergottes, die "in Eile" ist: "Frau, Du bist in Eile, nicht wahr?". Und sie versteht diese Sprache.

Pater Abt sagt, dass er auf dieser Reise "die Träume der Oberen gesammelt hat". Diese Art, sich auszudrücken, hat mich beeindruckt, und ich teile sie von ganzem Herzen. Zum einen, weil auch ich, wie Sie wissen, "träumen" in diesem positiven, nicht utopischen, sondern projektiven Sinn verstehe, und zum anderen, weil es sich hier nicht um die Träume eines Einzelnen handelt, auch wenn er der oberste General ist, sondern um eine gemeinsame Nutzung, eine "Sammlung" von Träumen, die aus den Gemeinschaften hervorgehen und die, wie ich mir vorstelle, Gegenstand der Unterscheidung in diesem zweiten Teil des Kapitels sein werden.

Sie lassen sich wie folgt zusammenfassen: Traum von Gemeinschaft, Traum von Teilhabe, Traum von Mission und Traum von Bildung. Ich möchte einige Überlegungen zu diesen vier "Wegen" anstellen.

Zunächst einmal möchte ich sozusagen eine Anmerkung zur Methode machen. Ein Hinweis, der mir aus dem ignatianischen Ansatz kommt, den ich aber im Grunde mit euch, die ihr in der Schule des heiligen Benedikt und des heiligen Bernhard zur Kontemplation berufen sind, gemeinsam zu haben glaube. Das heißt, es geht darum, all diese "Träume" durch Christus zu interpretieren, uns mit ihm durch das Evangelium zu identifizieren und uns - in einem objektiven, kontemplativen Sinn – vorzustellen, wie Jesus diese Realitäten geträumt hat: Gemeinschaft, Teilhabe, Mission und Bildung. In der Tat bauen uns diese Träume als Personen und als Gemeinschaft in dem Maße auf, in dem sie nicht unsere, sondern seine sind und wir sie uns im Heiligen Geist zu eigen machen. Seine Träume.

Und hier öffnet sich dann der Raum für eine schöne und befriedigende spirituelle Suche: die Suche nach den "Träumen Jesu", das heißt nach seinen größten Sehnsüchten, die der Vater in seinem göttlich-menschlichen Herzen geweckt hat. Hier, in dieser Tonart der evangelischen Kontemplation, möchte ich mit euren vier großen Träumen "mitschwingen".

Das Johannesevangelium überliefert uns dieses Gebet Jesu an den Vater: " Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast" (17,22-23). Dieses heilige Wort lässt uns mit Jesus von der Gemeinschaft seiner Jünger träumen, von unserer Gemeinschaft als "seiner" Gemeinschaft (vgl. Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate, 146). Diese Gemeinschaft – es ist wichtig, das klarzustellen – besteht nicht in unserer Uniformität, Homogenität, Kompatibilität, mehr oder weniger spontan oder erzwungen, nein, sie besteht in unserer gemeinsamen Beziehung zu Christus und in ihm zum Vater im Geist. Jesus fürchtete sich nicht vor der Vielfalt, die unter den Zwölfen herrschte, und deshalb sollten auch wir uns nicht vor der Vielfalt fürchten, denn der Heilige Geist liebt es, Unterschiede zu schüren und Harmonie aus ihnen zu machen. Im Gegenteil, unsere Partikularismen, unsere Exklusivismen, ja, die müssen wir fürchten, weil sie Spaltungen verursachen (vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 131). Der Traum Jesu von der Gemeinschaft befreit uns also von Uniformität und Spaltung, beides schlechte Dinge.

Ein weiteres Wort, das wir dem Matthäus-Evangelium entnehmen. Im Streit mit den Schriftgelehrten und Pharisäern sagt Jesus zu seinen Jüngern: " Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus" (23,8-10). Hier können wir den Traum Jesu von einer geschwisterlichen Gemeinschaft betrachten, an der alle auf der Grundlage einer gemeinsamen kindlichen Beziehung zum Vater und als Jünger Jesu teilnehmen. Insbesondere kann eine Gemeinschaft des geweihten Lebens ein Zeichen des Reiches Gottes sein, indem sie einen Stil der partizipatorischen Brüderlichkeit unter realen, konkreten Menschen bezeugt, die sich mit ihren Grenzen jeden Tag im Vertrauen auf die Gnade Christi für ein gemeinsames Leben entscheiden. Auch die heutigen Kommunikationsmittel können und müssen in den Dienst der realen - nicht nur virtuellen - Teilnahme am konkreten Leben der Gemeinschaft gestellt werden (vgl. Evangelii gaudium, 87).

Das Evangelium überliefert uns auch den Traum Jesu von einer missionarischen Kirche: "Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt" (Mt 28,19-20). Dieser Auftrag betrifft alle Mitglieder der Kirche. Es gibt keine Charismen, die missionarisch sind und andere, die es nicht sind. Alle Charismen, soweit sie der Kirche gegeben sind, dienen der Evangelisierung des Volkes, das heißt der Missionierung; natürlich auf unterschiedliche Weise, sehr unterschiedlich, je nach der "Vorstellung" Gottes. Ein Mönch, der in seinem Kloster betet, trägt seinen Teil dazu bei, das Evangelium in dieses Land zu bringen und den Menschen dort zu zeigen, dass wir einen Vater haben, der uns liebt, und dass wir in dieser Welt auf dem Weg zum Himmel sind. Es stellt sich also die Frage: wie kann man ein Zisterzienser mit strenger Observanz sein und gleichzeitig Teil einer "aufgeschlossenen Kirche" (vgl. Evangelii gaudium, 20) sein? Auf dem Weg, aber es ist ein Weg nach draußen. Wie erleben Sie die "süße und tröstliche Freude der Evangelisierung" (Paul VI., Apostolisches Schreiben Evangelii Nuntiandi, 75)? Es wäre schön, das von Ihnen zu hören, liebe Kontemplative. Für den Augenblick genügt es, wenn wir uns daran erinnern, dass "bei jeder Form der Evangelisierung der Primat immer bei Gott liegt" und dass "im ganzen Leben der Kirche immer deutlich gemacht werden muss, dass die Initiative von Gott ausgeht, dass 'er es ist, der uns geliebt hat' (1 Joh 4,10)" (vgl. Evangelii gaudium, 12).

Schließlich zeigen uns die Evangelien, wie Jesus sich um seine Jünger kümmert, sie mit Geduld erzieht, ihnen am Rande den Sinn bestimmter Gleichnisse erklärt und ihnen mit Worten das Zeugnis seiner Lebensweise und seiner Gesten nahe bringt. Wenn Jesus zum Beispiel, nachdem er den Jüngern die Füße gewaschen hat, zu ihnen sagt: "Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe" (Joh 13,15), dann träumt der Meister davon, seine Freunde nach dem Weg Gottes auszubilden, der in Demut und Dienst besteht. Und wenn er wenig später sagt: "Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen" (Joh 16,12), dann macht Jesus deutlich, dass die Jünger eine Reise vor sich haben, eine Ausbildung, die sie erhalten sollen; und er verspricht, dass der Former der Heilige Geist sein wird: " Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird" (V. 13). Und es gäbe viele evangelische Referenzen, die den Traum von der Ausbildung im Herzen des Herrn bezeugen. Ich fasse sie gerne als einen Traum von Heiligkeit zusammen und erneuere diese Einladung: " Lass zu, dass die Taufgnade in dir Frucht bringt auf einem Weg der Heiligkeit. Lass zu, dass alles für Gott offen ist, und dazu entscheide dich für ihn, erwähle Gott ein ums andere Mal neu. Verlier nicht den Mut, denn du besitzt die Kraft des Heiligen Geistes, um das möglich zu machen. Im Grunde ist die Heiligkeit die Frucht des Heiligen Geistes in deinem Leben (vgl. Gal 5,22-23)" (Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate, 15).

Liebe Brüder und Schwestern, ich danke euch für euer Kommen und wünsche euch alles Gute für den Abschluss eures Kapitels. Möge die Gottesmutter euch begleiten. Von Herzen segne ich euch und alle eure Mitbrüder in aller Welt. Und ich bitte euch, für mich zu beten.

© Foto: Vatican Media

Morimond, Frankreich

Die Freunde der Abtei Morimond und die Association des amis de l'Abbaye de Morimond haben eine Broschüre herausgebracht, in der von der Restaurierung des erhalten gebliebenen Pfortengebäudes und der Bibliotheksruinen berichtet wird. 




Helfta, Deutschland

Das Kloster Helfta berichtet in seinem Newsletter von der neu errichteten Kongregation und vom gemeinsamen Treffen der Klöster der Kongregation in St. Marienthal.


Sonntag, 25. September 2022

Casarrubios, Spanien

Am 20. September 2022 starb in der Abtei zum Hl. Kreuz in Casarrubios Sr. 
Caridad Viñambres, im 90. Lebensjahr und im 75. ihrer Profess. Herr gib ihr die ewige Ruhe!

Samstag, 24. September 2022

Wilhering, Österreich

Unter dem Titel "Expedition Digitaler Humanismus" läuft noch bis Sonntag im Stift Wilhering ein erster Kongress zu dieser Thematik. "Sind wir noch zu retten?" lautet die provokante Frage, der am Samstag mehr als 30 Teilnehmende, unter ihnen der Linzer Bischof Manfred Scheuer, nachgehen und nach "Menschlichkeit im Digitalen" suchen. Eröffnet wurde der Kongress am Freitagabend, 23. September, u.a. mit einem Plädoyer von Bischof Scheuer für einen differenzierten Blick auf die Zweischneidigkeit der Digitalisierung. Begrüßungsworte sprachen außerdem Abt Reinhold Dessl, Tabakfabrik-Linz-Direktor Chris Müller und der Wilheringer Bürgermeister Mario Mühlböck. Einen ersten inhaltlichen Akzent setzte als Festredner der Mediziner und Theologe Prof. Johannes Huber.

Ausgehend von Überlegungen über das Wesen des christlichen Humanismus, der den Menschen als weltoffenes und kommunikatives Wesen verstehe, und der Demontage dieses Weltbildes durch den Menschen instrumentalisierende Technologien zeichnete Scheuer das Bild einer zweischneidigen Digitalisierung: Diese sei per se "weder einfachhin positiv noch einfachhin negativ zu bewerten": So stünden Entwicklungen im Bereich der Kommunikation, des Gesundheitswesens oder auch im Bereich der Demokratie auf der Positiv-Seite, während gerade das Internet häufig auch Ort der Desinformation, des Mobbings und Hasspostings sei, was sich in der Regel zum Nachteil von ohnehin bereits benachteiligten Menschen auswirke. 

Der Mediziner und Theologe Prof. Johannes Huber unterstrich, dass es wichtig sei, "dass die digitale Technik die Menschenwürde und den Wert des einzelnen Menschen respektiert". Zugleich sollten digitale Medien Toleranz und den Austausch von Argumenten fördern. Befürchtungen, Sorgen und Ängste müssten dabei besonders gehört werden, so Huber. Das Kongressthema liegt ihm insgesamt am Herzen, weil "wir in der Medizin auf die digitale Technik angewiesen sind und wir sie sehr schätzen, auf der anderen Seite aber auch wissen, welches Gefahrenpotenzial sie in sich birgt". Für Huber ist das Stift Wilhering ein "Zeichen der großen Kulturtradition der katholischen Kirche", weshalb er der Einladung gern gefolgt sei.

Abt Reinhold Dessl bekräftigte in seinen Begrüßungsworten, was der Tenor des neu gegründeten Forums Humanismus Wilherings sei: "Die Technik soll ein Segen sein und kein Fluch werden. Wir brauchen nicht nur schnelle Internetkommunikation, wir brauchen ein Aufeinanderhören". Es stehe dem Zisterzienserkloster mit seiner mehr als 875-jährigen Tradition gut an, sich mit "brennenden Fragen der Menschheit" auseinanderzusetzen.

Mit dem neuen "Forum Humanismus Wilhering" möchte das Zisterzienserstift Wilhering in Oberösterreich künftig Fragen der Digitalisierung und anderer gesellschaftlicher Herausforderungen behandeln. (Infos: www.humanismus-wilhering.com)